Klimawandel

Ursache Nr. 6: Klimawandel

In den letzten Jahrzehnten haben wir uns alle Mühe gegeben, unsere Umwelt so weit wie möglich zu schädigen.

Der Klimawandel ist ein entscheidender Faktor für das Bienen- und Insektensterben.

Die globale Erwärmung verursacht recht dramatische Klimaveränderungen. In besteimmten Gebieten haben diese Veränderungen Einfluss auf den Rückgang von Insekten 1.

Auch Honigbienen und andere Bestäuber sind durch die Auswirkungen von Wetter- und Klimaveränderungen betroffen:

  • Verändert sich die florale Umgebung, hat dies Einfluss auf die Anzahl der Bestäuber und deren Entwicklung.
  • Die Verbreitungsgebiete von Bestäubern verändern sich und es verschieben sich die Wettbewerbsbeziehungen zwischen Arten und Rassen sowie zwischen deren Parasiten und Krankheitserregern.

 

Wie genau wirken sich Veränderungen in der Flora auf die Bienen aus?

Unser Klima beeinflusst die Blütenentwicklung sowie die Nektar- und Pollenproduktion. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit der Nahrungbeschaffung und so der Entwicklung der Kolonien.

Zum Beispiel: Ein durch die Herbstdürre verursachter Pollenmangel verringert die Pollenproduktion der Blumen. Den Bienen fehlt es dadurch im Winter an Nahrung, wodurch sie geschwächt werden und was die Wahrscheinlichkeit eines Befalls durch Parasiten erhöht.

Hier sind einige direkte Beispiele für Bienen, die mit einer veränderten Flora interagieren::

  • Blumen können für Bienen „unattraktiv“ werden: Veränderungen im Wetterverhalten, die zu übermäßigen Niederschlägen führen, können zu „unattraktiven“ Blüten führen. Wenn einige Blumenarten (insbesondere Akazie) durch Regen genässt werden, wird ihr Nektar stark verdünnt, was für Honigbienen nicht mehr attraktiv ist. Die logische Folge könnte ein Nahrungsmangel für Bienen sein.
  • Trockenes Klima kann die Nektarproduktion von Blüten stoppen: Ein extrem trockenes Klima wird die Produktion von Blütennektar für die Honigbienen reduzieren. Gleiches gilt für längere Dürren und Hitzeperioden, die durch Veränderungen im Wetterverhalten verursacht werden. So produzieren Lavendelblüten bei zu trockenem Wetter keinen Nektar, was das Sammeln für Bienen zu einer weitgehend hypothetischen Angelegenheit macht.
  • Insekten, die Honigtau produzieren, sind klimaabhängig: Auch der Honigtau, der von anderen Insekten bestimmter Pflanzenarten produziert wird, ist klimaabhängig. So erfordern beispielsweise die Entwicklung und das Wachstum der Balsamtannenlauspopulationen ganz besondere Bedingungen. Ihr Honigtau ist für Honigbienen im Elsass, Frankreich und im Schwarzwald, Deutschland sehr attraktiv. Wenn sich das Wetterverhalten für diese Regionen ändert, könnten die winzigen Honigtauproduzenten gestört werden und sterben. Infolgedessen würden die Bienen dieser Gebiete den Honigtau als Nahrungsquelle verlieren2.
  • Trockenere Regionen können blütenlos werden. Nach den Vorhersagen des Klimawandels werden die Wüstenregionen noch trockener, was zum Verschwinden von grünen Oasen und ihren Honigbienen führt. Als Beispiel dienen einige ausgetrocknete Gebiete des kalifornischen Vorgebirges. Hier sind viele Pflanzen verschwunden, die früher Nahrungsquellen für Bienen und Bestäuber waren.

 

Krankheiten und Parasiten: Wie wird sich die Interaktion zwischen ihnen und den Bienen mit dem Klimawandel entwickeln?

Dieser Absatz betrifft die Verbreitung und Interaktion von Varroa, amerikanischer und europäischer Faulbrut, Nosema und anderen Viren und Milben, die das Überleben der Bienen in der Zukunft gefährden.

Honigbienenvölker können von einer Vielzahl von Krankheiten und Parasiten befallen werden, darunter importierte wie die Varroa Milbe, amerikanische und europäische Faulbrut, Nosema und andere Viren und Milben.

Einige dieser Krankheiten und Parasiten gedeihen an den einen Orten besser als an den anderen. Überall dort, wo sich die Witterungsverhältnisse ändern und trockener oder feuchter werden, können sich diese Krankheitserreger schneller entwickeln und sich weiter ausbreiten.

So entwickelt sich beispielsweise die „Kreidebrutkrankheit“, die durch den Pilz Ascosphera apis verursacht wird, hauptsächlich in einer feuchten Umgebung und kann sich dort ausbreiten, wo Ökosysteme durch den Klimawandel feuchter werden3.

 

Wie wird sich der Klimawandel auf das Auftreten neuer invasiver Arten auswirken?

Die Situation der Honigbienen kann auch kritisch werden, wenn neue Feinde in ihren Lebensraum eindringen und ihn einnehmen.

In Ursache Nr.5 haben wir über die asiatische Hornisse (Vespa Velutina) berichtet, aber es gibt auch andere bedrohliche Arten. Der Bienenfresser, ein Vogel, der sich von Insekten und Bienen ernährt, stammt aus dem Mittelmeerraum, hat aber sein Verbreitungsgebiet erweitert, was so manchen Imkern bereits Kopfschmerzen bereitet hat.

Hinzu kommt der kleine Beutenkäfer (Aethina tumida), der aus Südafrika stammt und sich in den schwächsten Honigbienenvölkern entwickelt. Der Parasit wurde in die USA importiert, wahrscheinlich über Zitrusfrüchte. Dies verschärfte die Probleme der amerikanischen Imker, insbesondere in heißen und feuchten Regionen. Bisher verhinderte das kalte Klima die Verbreitung des Käfers. Ein Klimawandel, der mit einem weltweiten Temperaturanstieg verbunden ist, wird dessen Verbreitungsgebiet erheblich erweitern.

 

Fazit:

Die gesamte Bandbreite der Auswirkungen des Klimawandels auf unsere bestäubenden Insekten wird in Zukunft immer sichtbarer werden. Wir riskieren, dass wir erst dann aktiv werden, wenn es bereits zu spät ist. Der Klimawandel als Ursache für Bienen- und Insektensterben könnte noch größere Verluste mit sich bringen als alle anderen Ursachen zusammen.

Wenn wir als Menschen die Lebensräume unserer Insekten verändern, sollten wir auch die Pflicht haben, Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Erhaltung zu gewährleisten.