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Ursache Nr. 2: Bienenkrankheiten und Parasiten

varroa destructor

Eine Biene mit einer dunkelfarbigen Varroamilbe auf dem Rücken. Würden wir das Bild auf menschliche Maße übertragen, wäre die Milbe so groß wie eine Katze, die sich auf dem Rücken eines Menschen Tag ein Tag aus festbeißt.

Die Varroa Milbe (Varroa destructor), die in den 1980er Jahren aus Asien eingeschleppt wurde, markierte einen Wendepunkt in der Imkerei. Heute gilt die Varroa Milbe als eine der Hauptursachen für Verluste von Honigbienen.

Es wurde immer wieder argumentieren, dass schlechte Imkerpraktiken die Verbreitung von Varroa Milben und anderen Bienenkrankheiten ermöglicht haben. Letztlich waren es aber Forscher, die die Milbe nach Deutschland brachten. Das Drama begann 1977, nachdem Wissenschaftler aus dem hessischen Oberursel asiatische Bienen für Forschungszwecke nach Deutschland holten. Unbemerkt hatten sie auch deren Parasit, die Varroa-Milbe, mitgebracht, mit denen die asiatische Biene problemlos zurechtkommen – nicht jedoch unsere europäische Honigbiene.

Wie breiten sich Varroa Milben in einem Bienenstock aus?

Es handelt sich um einen externen Parasiten, der sich an den Körper von Honigbienen klammert und innerhalb des Volkes brütet, indem er seine Eier in eine gedeckelte Brut legt und sich von den Larven ernährt.

Je nach klimatischen Bedingungen treten die durch Varroa verursachten Schäden während der Überwinterungsphase von Herbst bis frühen Frühjahr auf, was zu einer allgemeinen Schwächung und oft vollständigen Verlusten von Bienenvölkern führt.

Eine Varroa-Milbe auf einer Bienenlarve.

Varroa kann bei erhöhtem Befall nicht nur eine direkte Ursache für den Verlust des Volkes sein, sondern auch ein Überträger mehrerer Viren. Obwohl Bienenviren in der Regel als nicht sichtbare Infektion fortbestehen und keine offensichtlichen Anzeichen einer Erkrankung verursachen, können sie die Gesundheit der Honigbienen dramatisch beeinträchtigen und das Leben der infizierten Bienen unter bestimmten Bedingungen verkürzen. Generell handelt es sich bei der Milbe um einen Krankheitsüberträger, der Störungen der Gehirnentwicklung verursacht.

Selbst bei richtiger Behandlung der Völker durch den Imker ist es in Deutschland unmöglich, die Bienenstöcke zu 100% frei von Varroamilben zu halten. Australien ist der einzige Kontinent auf den die Milbe noch nicht gelangt ist. Dort wird an See- und Flughäfen sehr viel Aufwand betrieben, um eine Einschleppung zu verhindern.

Wie können Imker ihren Bienen also mit natürlichen Behandlungen helfen, den Varroa Befall zu bekämpfen?
Lies unseren Leitfaden zur natürlichen Behandlungen von Bienenvölkern.

 

Mehr über andere Schädlinge und Krankheiten:

Neben der Varroa Milbe und den damit verbundenen Honigbienenviren gibt es viele andere Schädlinge und Krankheiten, die Völkern Schaden zufügen können, darunter der Nosema-Parasit, eine bakterielle Infektionen wie Europäische und Amerikanische Faulbrut, Trachealmilben und Pilzerkrankungen.

Die Nosemose ist eine Krankheit die bei erwachsenen Bienen auftritt und hochansteckend. Und auch hier haben Pestizide einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Bienen. Denn nach Erkenntnissen durch mehrere Studien aus den USA und Frankreich erkranken mit Pestiziden belastete Honigbienen eher an Nosemose.

Im Gegensatz zu Varroa, können Völker durch Nosema, Virusinfektionen oder Faulbrut auch im Frühjahr und Sommer Schaden nehmen.

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Seuche. Tritt sie auf, muss in der Regel die ganze Imkerei saniert werden und im schlimmsten Fall die Bienenvölker inklusive Kästen verbrannt werden. Mehr Informationen zur Amerikanische Faulbrut, wie man sie erkennt und was zu tun ist, findest du in diesem Artikel.

Abschließend ist noch ein möglicher Befall von Parasiten wie z.B. dem kleinen Beutekäfer (ursprünglich aus Afrika) zu nennen. Die Wirksamkeit der derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten variiert je nach Imkerpraxis, klimatischen Bedingungen und Saison1.

 

Exkurs: Bedrohungen für Wildbienen und Hummeln
Der Schwerpunkt der Krankheitsforschung liegt vorerst auf den Honigbienen. Infolgedessen haben wir eine große Wissenslücke im Hinblick auf das Auftreten, die Ursachen und Auswirkungen sowie die Vermeidung von Krankheiten bei Wildbienen. Allein in Deutschland gibt es mind. 585 verschiedene Wildbienenarten. Darunter auch die Hummeln.
Wildbienen und Hummeln haben ihre eigenen Schädlinge und Krankheiten, z.B. den Mikrosporidium Nosema-Bombi bei Wildbienen und den Fadenwurm Sphaerularia-Bombi bei Hummeln2.