Was DU tun kannst

Was DU tun kannst, um den Bienen zu helfen

Simple, alltägliche Dinge, die etwas bewirken

Vom Biogemüse bis Patenschaft, es gibt viele einfache Maßnahmen, die unseren Bienen und anderen Insekten helfen, selbst wenn du in einer Stadt lebst.

Die größten Bedrohungen für die Bienenpopulation sind die Monokultur in der Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden sowie Krankheiten und Parasiten.

Forschungen haben gezeigt, dass die Population von Bestäubern aufgrund von Lebensraumverlust und Pflanzenmangel abnimmt.

Diese Auswirkungen sind in städtischen Gebieten teilweise geringer, so dass einige städtische Gebiete zu einem unerwarteten Zufluchtsort für Bestäuber werden können. Und das bedeutet: Jede/r kann ihren/seinen Teil dazu beitragen!

Was genau kannst du also tun, um Bienen in städtischen Gebieten zu schützen?

1.
Pflanze bienenfreundliche Blumen und Bäume

Ein kleiner Stadtbalkon voller Blumen wird zur "Nektar-Oase" für Bienen.

Verstreue Blumensamen!

Selbst wenn du in einer Stadt lebst, kannst du helfen, eine bienenfreundliche städtische Umgebung zu schaffen.
Sicherlich gibt es eine Grünfläche in deiner Nähe, auf der du einige Samen verteilen und so Blumen pflanzen kannst, die Bienen und andere Bestäuber anziehen. Ob du nun einen kleinen Garten, einen Balkon oder eine ungenutzte grüne Fläche in deiner Nähe hast, warum kaufst du nicht einige gemischte Blumensamen, verteilst sie und schaffst einen neuen Lebensraum für Bienen?

Überlege einmal wie du in deiner Nähe Futterquellen für hungrige Bienen, Schmetterlinge, Hummeln oder andere Insekten schaffen könntest. Auch du profitierst von einer bunten Umgebung!

Du willst noch mehr tun?

Das sind bienenfreundliche Pflanzen:
Alle Minzarten und blühende Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Lavendel und Thymian. Blumen wie Krokusse, Astern und Sonnenblumen.
Aber auch über selbst angebautes Gemüse freust nicht nur du dich. Bienen lieben z.B. die Blüten von Ackerbohnen, Zucchini und Kürbis.
Hast du etwas mehr Platz zur Verfügung freuen sich Bienen über heimische Sträucher und Obstbäume wie Apfel-, Pflaumen- und Kirschbäume.

Idealerweise pflanzt du eine Vielzahl an Kräutern, Sträuchern, Gemüse und Blumen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, sodass die Bienen das ganze Jahr über eine schmackhafte Oase vorfinden.

ine Liste an bienenfreundlichen Pflanzen findest du hier.
Das Umweltinstitut München e.V. hat einen tollen Aussaatkalender erstellt. Er hilft euch bei der Entscheidung was ihr wann am besten pflanzt.

2.
Kaufe Honig von lokalen Imkern / vermeide Supermarkt-Honig

Tannenhonig aus dem Schwarzwald

Honig, der in normalen Supermärkten verkauft wird, ist oft eine Mischung aus Honigsorten, die in außereuropäischen Ländern hergestellt werden.

Überprüfe das Etikett. Oft findest du nur die Beschreibung „Honig von EU- und Nicht-EU-Produzenten“. Mehr nicht!

Warum ist das ein Problem?

  1. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Honigmischungen Honig aus Südamerika oder China enthalten. Diese Honigproduktionsgebiete unterliegen weniger oder gar keinen Vorschriften und mehr als oft ernähren sich die Bienen von gentechnisch veränderten Pflanzen, die in großem Umfang angebaut werden (Südamerika) oder Honig wird auf fragwürdige Weise produziert und verfälscht. Oft mit Sirup oder Melasse (China). Pollenrückstände können in die Bienenstöcke gelangen und sind daher auch im Honig zu finden.
  2. Lange Transportwege haben negative Auswirkungen auf die Umwelt.
  3. Bienenkrankheiten können eingeschleppt werden und sich in lokalen, gesunden Bienenvölkern ausbreiten. .

80% des in Deutschland konsumierten Honigs aus anderen EU- oder Drittländern importiert.
Der meiste Honig kam 2019 und 2020 aus der Ukraine, aus Mexiko und aus Argentinien.

Lokaler Honig spiegelt die lokale Flora wider und ist somit ein sehr gesundes Naturprodukt.

Wir empfehlen dringend Honig von lokalen Imkern zu kaufen. Lass uns lange Transportwege sparen, die lokalen Strukturen unterstützen und die Umwelt schonen.

Für mehr Informationen schau in unseren Verbraucherleitfaden zum Kauf von nachhaltigem Honig.

3.
Verwende biologisch und saisonal angebaute, bienenfreundliche Lebensmittel

Kaufe lokal angebautes Obst und Gemüse, um die Bauern deiner Region zu unterstützen und die Transportwege zu reduzieren.

Es mag für die meisten von euch selbstverständlich sein, aber trotzdem wollen wir sicherstellen, dass sich alle dieser Tatsache bewusst sind. Der Kauf lokaler und saisonaler Produkte von regionalen Biobetrieben hat viele Vorteile:

Bio-Landwirte und Gärtner vermeiden den Einsatz von Pestiziden und halten die Böden durch organischen Dünger fruchtbar. Außerdem werden durch den Kauf von lokalen Lebensmittel Transportwege gespart und das schützt wiederum die Umwelt.

Sei fair gegenüber lokalen Produzenten und wertschätze ihre bienenfreundliche Arbeit.

Deshalb solltest du auch bereit sein, etwas mehr Geld für lokal produziertes, saisonales Obst und Gemüse sowie lokalen Honig zu zahlen.

Vorsicht! Auch Honig mit BIO-Label aus Bioläden kann mit Honig aus Ländern gemischt sein, in denen die Bio-Standards von den EU-Ländern abweichen. Überprüfe immer das Etikett!

4.
Reinige deine Honiggläser, bevor du sie entsorgst oder noch besser, gebe sie deinem Imker zurück

Honiggläser mit Honigrückständen können Krankheiten an lokale Bienen übertragen.

Bienenkrankheiten wie die Amerikanische Faulbrut können sich über mit Sporen verseuchten Honigresten in Gläsern verbreiten. Dies geschieht zum Beispiel, wenn Honig in Mülltonnen oder Glascontainern entsorgt wird.

Im Herbst suchen Bienen und andere Bestäuber nach Nahrung und finden oft Honig in entsorgten Gläsern. Sie tragen die Krankheit in ihre Bienenstöcke, was zur Vernichtung des ganzen Volkes führt.
Reinige leere Honiggläser gründlich, bevor du sie entsorgst. Somit kannst du vermeiden, dass sich Bienenkrankheiten ausbreiten.
Viele lokale Imker nehmen gereinigte Gläser gerne zurück und befüllen sie wieder. Das vermeidet Müll und schont Ressourcen für die Produktion neuer Gläser.

Vom Kauf von Honig in Plastikgefäßen raten wir ab.

Bist du ein Imker? Füttere deine Bienen nicht mit importiertem oder gemischtem Honig! Du solltest nur den Honig aus deinem eigenen Bienenstock verwenden.

5.
Biete Wildbienen Nistmöglichkeiten an

Ein "Insektenhotel" bietet Schutz für gefährdete Wildbienen.

In Deutschland stehen 300 von 560 lokalen Wildbienenarten auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Du kannst Wildbienen unterstützen, in dem du ihnen ein Zuhause gibst.

Dies muss nicht unbedingt ein großes und teures „Insektenhotel“ sein, schon mit ein paar ausgehöhlten Bambusstangen kannst du bereits Wildbienen und anderen Insekten in deiner näheren Umgebung helfen.

Rund drei Viertel unserer Wildbienen bevorzugen einen Platz am Boden. Mit Sandhaufen oder unbedeckter Erde an sonnigen Stellen kannst du Sand- und anderen Wildbienen Nistmöglichkeiten anbieten.
Mehr Informationen zu Nichthilfen für Wildbienen findest du beim NABU.

6.
Biete Honigbienenvölker einen Platz an

Ein Bienenstock im Garten steigert deine Obst- und Gemüseproduktion auf natürliche Weise.

Einige Imker, insbesondere in städtischen Gebieten, haben es schwer, einen geeigneten Platz für ihre Bienenvölker zu finden. Wenn du etwas Platz in deinem Garten hast, wende dich an deinen örtlichen Imkerverein. Er vermittelt dich an einen Imker, der einen Platz benötigt.

Du wirst erstaunt sein, welchen Unterschied die Anwesenheit von Bienen machen wird! Eine reichere Ernte von Gemüse, Obst und schöne Blumen werden dir große Freude bereiten.

7.
Werde Bienenpate und erhalte lokal produzierten Honig

Viele Imker bieten verschiedene Formen der Patenschaft an. Durch eine Spende kannst du einen lokalen Imker unterstützen. Im Gegenzug bekommst du meist Honig oder ein persönliches Zertifikat. Bei einigen kannst du sogar die Arbeit des Imkers mit den Bienen hautnah mitbekommen.
In Deutschland kannst du dich an die Bienenretter oder an Mellifera wenden.

 

8.
Du kannst die Stadtverwaltung auffordern, bienenfreundliche Pflanzen auf öffentlichen Flächen zu pflanzen

Stehst du in Kontakt mit der Stadtverwaltung? Bist du Bürgermeister oder Beamter? Jetzt bist du dran!
Es gibt viele öffentliche Gärten und Freiflächen, die von den lokalen Behörden verwaltet werden. Bitte deine Behörden bienenfreundliche Pfanzen zu säen! Es macht nicht nur eure Gegend schöner und bunter, es hilft auch den Bienen ungeheim. Häufig fehlen der Stadt die Mittel dazu und Bewohner bepflanzen die Flächen freiwillig.

 

9.
Teile unsere bees4life-Seite und erzähle möglichst vielen Menschen was sie tun können!

Entdecke die Welt der Bestäuber...

Honigbienen sind faszinierend. Sie sind schon lange vor dem Menschen auf der Erde gewesen. Ohne Bienen wäre unsere Biodiversität und unser Nahrungsangebot dramatisch geringer.

Wir befragen ständig Imker auf der ganzen Welt und analysieren die wissenschaftlichen Arbeiten und Informationen von Forschern.

Dies ist ein Ort, an dem du interessante Fakten über unsere summenden Freunde erfahren kannst. Schau dir Beiträge auf der Website an oder wirf einen Blick auf unsere Blogbeiträge. Besuche, like und teile unsere Facebook und Instagram Seiten. Dort findest du regelmäßig neue Informationen, Videos und Fotos zum Thema Bienen, Menschen und Natur.

Homepage: www.bees4life.org
Facebook: bees for life
Instagram: bees4life_ig

10.
Lerne mit Bienen richtig umzugehen

Bleib ruhig und entspannt, wenn eine Biene in der Nähe ist.

Last, but not least: Sei freundlich zu den Bienen!

Bienen stechen nur, wenn sie gereizt werden oder sich in Gefahr fühlen.

Wenn du etwas isst und sich eine Biene nähert, ist die Chance hoch, dass sie von etwas in deiner Nahrung angezogen werden, das Zucker enthält. Schlag nicht mit den Händen um dich und jag die Biene nicht. Bleib ruhig. Und wenn nötig, gehe langsam weg. Die Biene wird bald das Interesse verlieren.

Und noch etwas:

Töte keine Bienen, die zufällig in dein Zimmer fliegen. Nimm einen Behälter und helfe ihr zurück in die Natur.