Warum sterben Bienen beim Stechen?

Erforschung des selbstmörderischen Verhaltens der Biene

Eine Biene, die ihren Stachel in die menschliche Haut bohrt.

Bienen sind faszinierende Kreaturen und wir können viel von ihnen lernen.

Allerdings solltest du Bienen vorsichtig und nur aus der Ferne beobachten.

Wenn Bienen oder Wespen weit von ihrem Bienenstock oder Nest entfernt auf der Suche nach Nahrung sind, stechen sie nur selten.

Es sei denn, du trittst auf sie oder behandelst sie grob. In den meisten Fällen stechen sie dich, weil du sie irgendwie bedroht hast oder du sie versehentlich berührt hast.

Wie kannst du vermeiden, dass du gestochen wirst?

Der beste Weg, um einen Stich zu vermeiden, ist, deine Hände und Gesicht sauber zu halten. Sei wachsam und verhalte dich ruhig sobald sich Bienen oder Wespen in deiner Nähe befinden. Du solltest niemals um dich schlagen, da sie dich in Notwehr stechen könnten.

Denk daran, ein Stich ist für die Biene viel dramatischer als für dich, sie verliert dabei ihr Leben. Ihr Stachel bleibt beim Stich in deiner Haut stecken. Versucht sie ihn heraus zu ziehen, reißt der Stachel aus ihrem Körper, was zum Tod der Biene führt. (Wespen und Hummeln hingegen haben Stachel, die nicht in der menschlichen Haut stecken bleiben.)

 

Hast du dich jemals gefragt, warum Bienen beim Stechen sterben und Wespen überleben?

Moment mal, was ist überhaupt eine Biene und was ist eine Wespe? Hier hast du ein Bild.

Das ist eine Biene.

Das ist eine Wespe.

Beide Insekten haben etwa die gleiche Größe, aber Wespen haben etwas schlankere Körper und akzentuiertere Farben, typischerweise gelb und schwarz. Bienen scheinen rundere Körper zu haben als Wespen und sind „haariger“, was einer der Gründe für ihre größere Bestäubungsfähigkeit im Vergleich zu anderen bestäubenden Insekten ist. Und hier eine kleine Lobrede auf die Wespen:

Wespen bestäuben ebenfalls Blüten, jedoch viel weniger effektiv als Bienen. Wenn du dich jemals über die Gründe für die Existenz von Wespen gewundert hast, besonders an einem warmen Sommertag auf dem Balkon, dann lass uns zusammen erforschen, warum auch Wespen einen wichtigen Beitrag leisten: Mit einfachen Worten, sie haben die entscheidende Rolle in der Natur der Reinigung. Ohne Wespen wäre unser Ökosystem voller „Abfall“, bestehend aus toten Insekten und anderen natürlichen „Überresten“. Wespen lösen ein großes Abfallproblem in der freien Natur.

Um auf das Stachelproblem zurückzukommen: Wespen haben diesen besonderen Vorteil gegenüber Bienen: Wenn sie stechen, können sie ihren Stachel herausziehen und wegfliegen. Bienen sterben, sobald sie Säugetiere stechen. Warum?

Werfen wir einen Blick auf die Form ihrer Stachel:

Eine vereinfachte Darstellung eines Bienenstachels (linke Seite) und eines Wespenstachels (rechte Seite).

Schauen wir uns den Bienenstachel noch genauer an:

Ein Honigbienenstachel mit 650-facher Vergrößerung, Bild von Rose-Lynn Fisher

Wir sehen, dass der Bienenstachel spitz ist und Sägezahnblätter enthält. Diese Klingen sehen aus wie eine Harpune, als ob sie dazu bestimmt wären, den Stachel so tief wie möglich hinein zu stechen. Muskeln verbinden den Stachel mit einem Giftsack, aus dem ein zellzerstörendes Gift in das Loch gepumpt wird.

Offensichtlich ist der Stachel der Biene so gestaltet, dass er im Körper des Feindes stecken bleibt, während der Stachel einer Wespe eindeutig abnehmbar und vor allem wiederverwendbar ist. Eine spezielle Hülle, die über den Stachel gleitet, löst die Haken. Tatsächlich sticht eine Wespe mehrmals, ohne zu sterben, und spritzt jedes Mal eine kleine Menge Wespengift, während eine Biene nur einmal sticht und die volle Dosis des verfügbaren Giftes einspritzt.

Jedoch stirbt die Biene nur, wenn sie ein Säugetier oder einen Vogel sticht. Wenn Bienen andere Insekten stechen, können sie ihren Stachel sauber entfernen und somit überleben.

 

Aber warum müssen Bienen nach dem Stechen sterben?

Wenn eine Biene ein Säugetier sticht, durchdringt ihr Stachel die Haut, um Gift zu injizieren und bleibt stecken. Die Honigbiene lässt ihn, zusammen mit einem Teil ihres Verdauungstraktes, Muskeln und Nerven, zurück. Diese massive Bauchverletzung führt innerhalb weniger Minuten zum Tod der Biene.

In der Zwischenzeit kann der zurückgelassene Stachel weiterhin Gift pumpen, falls er nicht entfernt wird. Eine Gruppe von Nervenzellen koordiniert die Muskeln des Stachels. Die Widerhakenwellen bewegen sich hin und her und graben sich tiefer in die Haut ein. Muskelklappen pumpen Giftstoffe aus einem angehängten Giftsack und geben sie an die Wunde ab – bis zu zehn Minuten nach dem Verschwinden der Biene.
 

Warum haben die Bienen keinen Stachel entwickelt, der aus der Haut eines Säugetiers entfernt werden kann?

Der Grund für das selbstmörderische Stechverhalten

Überraschenderweise ist es aus evolutionärer Sicht sinnvoll, dass eine einzelne Biene stirbt, wenn sie sticht. Die Arbeiterbienen, die den Bienenstock verteidigen, vermehren sich nicht, so dass sie nur dann eine Fortpflanzung gewährleisten, wenn sie den Bienenstock und seine reproduktiven Verwandten schützen.
Moment mal.. Arbeiterbienen vermehren sich nicht?

Ja, in der Tat. Arbeiterbienen sind „Einwegsoldaten“ für den Bienenstock: Ihre einzige Aufgabe ist es, Nektar zu sammeln, zu bestäuben und den Bienenstock zu verteidigen. Alle Arbeiterbienen sind unfruchtbare Weibchen. Die Bienenkönigin legt alle Eier, die durch die Drohnen befruchten werden. Die Bienen vermehren sich durch einen Prozess namens Schwärmen, bei dem sich der Bienenbestand halbiert und ein Teil den Bienenstock verlässt, um eine neue Kolonie an einem anderen Ort zu gründen.

Findest du das interessant? Erfahre mehr über das Schwärmen hier.

Da die weiblichen Arbeiterbienen für die Verteidigung des Volkes zuständig sind, sind sie die einzige Art von Bienen, die stechen können. Die männlichen Drohnen können dies nicht. Die Bienenkönigin sticht nur, wenn sie um die Vorherrschaft gegen eine andere Königin kämpft.

Wir können es auch in diese Worte fassen: Die Kosten für den Verlust einiger Arbeiterinnen lohnen sich für eine verbesserte Fähigkeit, Honig- und Larvendiebe zu bekämpfen und so das Überleben der gesamten Kolonie zu sichern.

Bleibt immer noch die Frage warum Bienen ihre Stachel verlieren und Wespen zum Beispiel nicht?

Biologen glauben, dass Wespen keinen so aggressiven Verteidigungsansatz brauchen, weil ihre Nester keinen Honig enthalten und auch weniger zugänglich sind, also weniger angegriffen werden.

Interessanterweise gibt es in dieser Hinsicht zwei evolutionäre Theorien.

Die erste Theorie besagt, dass sich der Stachel früh in der Evolution entwickelt hat, noch vor dem Auftreten von Säugetieren.

Die zweite Theorie besagt, dass sich sowohl Bienen als auch Säugetiere zur gleichen Zeit entwickelt haben. Der Verlust des Stachels beim Angriff auf ein Säugetier soll größere Vorteile haben, da die Biene so eine höhere Menge an Bienengift an das Opfer abgeben kann. Gleichzeitig sendet es Pheromone aus, die ein Alarmzeichen für die Bienen in der Umgebung sind.

 

Bienen sind wunderbare Kreaturen, die für das Ökosystem unerlässlich sind. Sie produzieren auch Honig, Pollen, Propolis und Bienenwachs, die unser Leben bereichern. Jedoch auch Wespen bestäuben und helfen, andere Insekten loszuwerden und leisten so ebenfalls einen wichtigen Beitrag.

Lässt du sie in Ruhe, lassen sie auch dich in Ruhe.

 

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