Leitfaden zur nachhaltigen Imkerei

Leitfaden zur nachhaltigen Imkerei

Unsere 11 Prinzipien für eine nachhaltige Imkerei

 

nachhaltige imkerei

 

Wir haben 11 Richtlinien für Imker-Neulinge und auch Imker-Profis zusammengestellt. Wir sagen nicht, dass du dich strikt an alle Richtlinien halten musst, aber wir möchten dir zeigen, wie du idealerweise in Harmonie mit Bienen lebst und umgehst.
Wie funktioniert nachhaltige Imkerei? Los geht’s!

1) Allgemeines Prinzip:

Halte deine Bienen um der Bienen Willen und schätze sie zuerst als Bestäuber und dann als Honigproduzenten.

 

2) Das Wanderprinzip:

Wenn möglich, halte deine Bienen von Monokulturfeldern fern. Monokulturen gelten als unnatürliche Lebensräume und sind in der Regel auf synthetische Pestizide angewiesen, die deinen Bienen schaden.

 

3) Das Bienenrassenprinzip:

Falls du dich entscheidest, eine Bienenkönigin zu kaufen: Informiere dich vor dem Kauf über die gängigen Honigbienenrassen. Am besten ist es jedoch, mit lokalen Bienenvölkern zu arbeiten. Lies mehr über Bienenrassen und ihre Eigenschaften in unserem Leitfaden zu Honigbienenrassen.

 

4) Das Gartenprinzip:

Bepflanze deinen Garten oder die Umgebung des Bienenstocks mit nektar- und pollenreichen Pflanzen. Hier findest du unseren Leitfaden über bienenfreundliche Pflanzen. Achte darauf, dass deine Bienen genügend Futtermöglichkeiten haben, besonders zwischen Winter und Frühjahr sowie im Frühsommer. Natürlich solltest du auf die Behandlung mit synthetischen Pestiziden verzichten.

 

5) Das Fütterungsprinzip:

Nachhaltige Imkerei und Fütterung: Verwende möglichst kein Zuckerwasser, Zuckersirup oder Honig aus dem Supermarkt, um deine Bienen zu füttern.

  • Die Fütterung mit anderer Nahrung als der des eigen hergestellten Honigs sollte nur in absoluten Notfällen (Nektarmangel) erfolgen. Dies hängt auch von den klimatischen Bedingungen in deinen Region ab. In warmen Klimazonen sollte es immer genügend Futtermöglichkeiten geben.
  • In kalten oder gebirgigen Klimazonen kann es dagegen häufiger vorkommen, dass in bestimmten Monaten des Jahres keine blühenden Pflanzen vorhanden sind.
  • Im Supermarkt erworbener Honig sollte niemals an deine Bienen verfüttert werden. Dieser Honig könnte Bakterien oder Viren aus anderen Völkern enthalten, die du sicherlich nicht in deinen Völkern haben willst.
  • Außerdem sollten die Bienen auf ihrem eigenen Honig überwintern können, anstatt einen Zuckerersatz gefüttert zu bekommen. Das bedeutet, dass man bei der Honigernte genügend Honig im Volk lässt, so dass keine Zuckerzufütterung notwendig ist.
    Lies hier einen interessanten Artikel zur Zuckerfütterung und Bienengesundheit.

 

6) Das Honigernteprinzip:

Ernte nur den überschüssigen Honig und ernte nur bei ausreichendem Nektarangebot. Nachhaltige Imkerei setzt besonders auf faires Geben und Nehmen.

 

7) Das Untersuchungsprinzip:

Bewahre den Duft und die Wärme innerhalb des Bienenstocks und öffne ihn deshalb nur bei Bedarf.

 

8) Das Kennzeichnungsprinzip:

Kennzeichne deinen Honig:

  • Hilf den Verbrauchern, den Unterschied zwischen deinem hochwertigen Produkt und dem kommerziellen Massenhonig zu machen. Beschrifte das Etikett des Honigglasses mit so vielen Details wie möglich.
  • Setze dich für Mehrblumenhonig ein: Das bedeutet, dass du deine Bienen nicht zwingst, Honig aus nur einer Art von Pflanze zu produzieren. Stattdessen können sie selbst wählen, was das Beste für sie ist. Dies bedeutet auch, dass man sich nicht durch Wanderimkerei auf Monokulturen einschränkt.
  • Verwende Glasgefäße statt Plastikbehälter bei der Abfüllung des Honigs.

 

9) Das Beutenprinzip:

Wähle Beuten (Behausungen für deine Bienen), die natürliche Standorte der Bienen reproduzieren, z.B. Hohlbäume, Höhlen, Holzstöcke. Erfahre hier mehr über die Beutetypen.

 

10) Das Smoker-Prinzip:

Versuche die Nutzung eines Smokers zu vermeiden oder zu reduzieren, da dies zu übermäßigem Stress für die Bienen führen kann. Falls es dennoch notwendig sein sollte, setze den Rauch des Smokers lediglich am Eingang des Bienenstocks ein und warte mindestens eine Minute, bevor du den Bienenstock öffnest. Denk daran: Rauch erzeugt bei Bienen den gleichen Fluchtimpuls wie bei einem sich nähernden Feuer. Durch den Fluchtimpuls sammeln Bienen so viel Nektar / Honig in ihrem Bienenstock, wie sie können: Sie bereiten sich darauf vor, den gesamten Bienenstock an einen neuen Ort zu bringen, weit weg vom „Feuer“. Dies ist der Grund, warum sie dich nicht stechen, wenn du den Bienenstock öffnest, nachdem du den Smoker verwendet hast: Sie sind buchstäblich zu voll mit Honig, so dass sie ihren Stachel nicht richtig einsetzen können.

 

11) Das Hygieneprinzip:

Mache Parasiten und Krankheiten das Leben so schwer wie möglich:

      • Halte die Bienenstöcke nicht zu nah beieinander. Der Mindestabstand zwischen den Bienenstöcken sollte mindestens 1,5 Meter betragen. Wenn die Bienenstöcke übereinander oder nebeneinander gelagert werden, könnten infizierte Bienen leicht ein anderes (gesundes) Volk verseuchen.
      • Im Idealfall lässt du zu, dass die Bienen sich auf natürliche Weise durch Schwärmen vermehren. Schneide niemals die inneren Flügel der Königin ab. Indem du das Schwärmen erlaubst, hilfst du auch, den Varroa-Zyklus zu unterbrechen. Mehr über das Schwärmen findest du hier.
      • Befolge die gängigen Praktiken deiner Region in Bezug auf Prävention natürlicher Krankheiten. In vielen Gebieten ist Ameisensäure gegen Varroa wirksam. Versuche zum Experten auf diesem Gebiet zu werden. Dazu gehört auch, mehr als nur einen Imker in deiner Region aufzusuchen. Außerdem solltest du keine synthetischen Behandlungsmittel zur Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen (einschließlich Varroamilbe) verwenden.

Erfahre hier mehr über natürliche Behandlungen.