Ohne Bienen kein Kaffee?

Ohne Bienen kein Kaffee?

Erfahre, warum Bienen 40 % der weltweiten Kaffeeproduktion bestimmen

Eine leckere Tasse Kaffee ist für viele Menschen Teil ihres täglichen Morgenrituals.

Ohne Bienen kein Kaffee, beziehungsweise viel weniger.
Du liebst also Kaffee? Nun, dann solltest du auch Bienen lieben.

Warum gibt es weniger Kaffee, wenn Bienen aussterben?

Beginnen wir von vorn. Was ist Kaffee überhaupt und woher kommt er?

Kaffee wächst an Kaffeebäumen in vielen Ländern der Welt. Die wichtigsten Anbauländer für Kaffee sind Brasilien, Vietnam, Kolumbien und Indonesien. Dabei ist die Kaffeebohne lediglich ein kleiner Bestandteil der Kaffeefrucht. Wie bei einer in Deutschland typischen Sauerkirsche gibt es einen Kern (bei der Kaffeefrucht ist dies die Kaffeebohne) und das Fruchtfleich. Mit dem Kaffeefruchtfleich geschiehen andere Dinge, wie z. B. Tierfutter, Dünger oder sogar Marmelade. Was jedoch die Welt in Atem hält, ist der Kern, die Kaffeebohne.

Du weißt vielleicht, dass die wichtigsten und am weitesten verbreiteten Kaffeepflanzen Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora) sind.
Arabica-Pflanzen sind als Hochland-Kaffeepflanzen bekannt und wachsen gewöhnlich in 1.200 - 1.5000 Metern Höhe. Sie sind selbstbestäubend und brauchen normalerweise keine Bienen für ihre Fortpflanzung, da sie eine windbestäubte Pflanzenart sind. Wenn sich Bienen jedoch in der Nähe von Arabica-Pflanzen befinden, steigt die Ernte von Kaffeefrüchten um bis zu 16 %!

Robusta-Pflanzen sind Tiefland-Kaffeepflanzen und an eine Umgebung mit einer starken Biodiversität gewöhnt. Sie sind selbststeril und hängen vollständig von Kreuzbestäubung ab. Robusta-Kaffee macht etwa 40 % der weltweiten Kaffeeproduktion aus.

So sieht eine Robusta-Blüte (Kaffeeblüte) aus.

So sehen Kaffeefrüchte bei der Ernte aus.

Was ist mit Kreuzbestäubung gemeint?

Kreuzbestäubte Pflanzen sind selbststeril. Das bedeutet, dass sie nicht mit ihrem eigenen Pollen bestäubt werden können und daher den Pollen anderer Pflanzen benötigen.

Wie bekommt man den Pollen aus der anderen Pflanze? Mithilfe von Bienen und Bestäubern!

Deshalb sind Bienen für die weltweite Kaffeeproduktion von entscheidender Bedeutung, und es liegt in deinem besten Interesse, sich dessen bewusst zu sein, besonders wenn du gerne Kaffee trinkst.

Der größte Teil unseres Kaffees stammt aus riesigen Kaffeefarmen. Diese Kaffee-Monokulturen sind ein Problem. Während der Blütezeit sind große Flächen mit einer einzigen Pflanzensorte ein Paradies für Bienen, sofern natürlich keine Pestizide gespritzt werden. Nach der Blütezeit der Kaffeeblüten wird die gesamte Kaffeefarm jedoch zur „trockenen Wüste“ für Bienen.

 

Wie können Kaffeefarmer Bienen unterstützen?

Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Durch die Pflanzung von blühenden Bäumen und Pflanzen mit anderen Blütezeiten als die Kaffeeplanzen, sodass Bienen das ganze Jahr über Nahrung finden.
  • Indem man den Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien vermeidet, oder zumindest, indem man sie auf ein Minimum reduziert und sie morgens und in der Blütezeit nicht besprüht.
  • Durch die Umstellung von intensiver auf extensive Landwirtschaft.
  • Durch die Beibehaltung einiger Flächen der Kaffeefarm als unberührter Wald oder Garten, in dem Insekten und Pflanzen ohne menschlichen Einfluss wachsen und koexistieren können.

Wenn dich dieses Thema interessiert, lies unseren Artikel Permaculture Coffee Farming.

 

Darüber hinaus stellt das World Coffee Research Institute fest, dass es den wilden Kaffeepflanzen an genetischer Vielfalt mangelt. Durch Fremdbestäubung kann der Genpool diversifiziert werden.

Auch aus diesem Grund spielen Bienen in der Welt des Kaffees eine grundlegende Rolle.

 

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