Bienenkrankheiten und Parasiten

Ursache Nr. 2: Bienenkrankheiten und Parasiten

varroa destructor

Eine Biene mit einer dunkelfarbigen Varroamilbe auf dem Rücken. Übetragen wir das Bild auf menschliche Maße, wäre die Milbe so groß wie eine Katze, die sich auf dem Rücken eines Menschen Tag ein Tag aus festbeißt (!)

Die Verbreitung der Varroa-Milbe (Varroa destructor) aus Asien in den 1980er Jahren markierte einen Wendepunkt für die Bienenzucht in Nordamerika und Europa, da sie als einer der Hauptursachen für den Verlust von Honigbienen gilt.

Heute findet man diese Art von Milben in fast jedem Honigbienenvolk in Europa.

Andere Folgeerkrankungen wie Nosema-Parasit (Nosema apis), Virusinfektionen oder Faulbrut können im Frühjahr und Sommer ebenfalls die Völker schädigen.

Einige Forscher argumentieren, dass schlechte Imkerpraktiken die Verbreitung von Varroa Milben und anderen Bienenkrankheiten ermöglicht haben. Auch Krankheiten, die derzeit in einem Gebiet nicht vorkommen, wie z.B. der kleine Bienenstockkäfer oder die Tropilaelaps-Milbe, können auftreten und sich ausbreiten. Die Wirksamkeit der derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten variiert je nach Imkerpraxis, klimatischen Bedingungen und Saison1.

 

Wie breiten sich Varroa-Milben in einem Bienenstock aus?

Es handelt sich um einen externen Parasiten, der sich an den Körper von Honigbienen klammert und innerhalb der Kolonie brütet, indem er seine Eier in eine gedeckelte Brut legt und sich von den Larven ernährt.

Varroa ist ein bekannter Krankheitsüberträger, der Störungen der Gehirnentwicklung verursacht.

Je nach klimatischen Bedingungen treten die durch Varroa verursachten Schäden während der Überwinterungsphase von Herbst bis frühen Frühjahr auf, was zu einer allgemeinen Abschwächung und oft vollständigen Verlusten von Bienenvölkern führt.

Eine Varroa-Milbe auf einer Bienenlarve.

Varroa kann bei erhöhtem Befall nicht nur eine direkte Ursache für den Verlust des Volkes sein, sondern auch ein Überträger mehrerer Viren. Obwohl Bienenviren in der Regel als nicht sichtbare Infektion fortbestehen und keine offensichtlichen Anzeichen einer Erkrankung verursachen, können sie die Gesundheit der Honigbienen dramatisch beeinträchtigen und das Leben der infizierten Bienen unter bestimmten Bedingungen verkürzen.

Selbst bei richtiger Behandlung ist es unmöglich, die Bienenstöcke zu 100 % frei von Varroamilben zu halten.

Wie können Imker ihren Bienen also helfen, den Varroa-Befall zu bekämpfen:
Lies unseren Leitfaden über natürliche Behandlungen von Bienenvölkern.

 

Mehr über andere Schädlinge und Krankheiten:

Neben der Varroa Milbe und den damit verbundenen Honigbienenviren gibt es viele andere Schädlinge und Krankheiten, die Völkern Schaden zufügen können, darunter der Nosema-Parasit, eine bakterielle Infektionen wie europäische und amerikanische Faulbrut, Trachealmilben und Pilzerkrankungen.

Im Gegensatz zu Varroa, können Völker durch Nosema, Virusinfektionen oder Faulbrut auch im Frühjahr und Sommer Schaden nehmen.

 

Exkurs: Bedrohungen für Wildbienen und Hummeln
Der Schwerpunkt der Krankheitsforschung liegt vorerst auf den Honigbienen. Infolgedessen haben wir eine große Wissenslücke im Hinblick das Auftreten, die Ursachen und Auswirkungen sowie die Heilmittel für Krankheiten bei Wildbienen.
Wildbienen und Hummeln haben ihre eigenen Schädlinge und Krankheiten, z.B. den Mikrosporidium Nosema-Bombi bei Wildbienen und den Fadenwurm Sphaerularia-Bombi bei Hummeln.
2.